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Kreditversicherer: Insolvenzen großer Unternehmen steigen deutlich

News   •   Dez 08, 2016 12:45 CET

Sorgen bereitet der Versicherungswirtschaft unter anderem die weltweit steigende Zahl großer Insolvenzen. Das war einer der angesprochenen Aspekte beim heutigen Jahrespressegespräch der Kreditversicherer in Köln.

Während 2014 noch 94 Unternehmen mit einem Umsatz von über 100 Millionen Euro zahlungsunfähig geworden waren, stieg ihre Zahl 2015 auf 152 (+62 Prozent). Kritisch sehen die deutschen Kreditversicherer darüber hinaus die wirtschaftliche Schwäche in zahlreichen Schwellenländern. Insbesondere Exporteure nach China müssen immer länger darauf warten, dass die Abnehmer ihre Rechnungen begleichen – chinesische Handelspartner zahlen derzeit fast einen Monat später als der weltweite Durchschnitt. Die anhaltende Schwächeperiode des chinesischen Wachstums wirkt sich mittlerweile auch auf Singapur und Taiwan aus, wo die Zahl der Insolvenzen im zweistelligen Prozentbereich steigt.

In Deutschland rutschten im laufenden Jahr bislang vor allem kleine und mittlere Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit. Die Kreditversicherer gehen davon aus, dass es 2016 bundesweit zu rund 22.200 Unternehmensinsolvenzen kommen wird, das wären vier Prozent weniger als im Vorjahr 2015. Im kommenden Jahr dürfte der seit 2009 positive Trend sinkender Insolvenzen allerdings zu einem Ende kommen: Für 2017 erwarten die Kreditversicherer, dass die Zahl der Unternehmenspleiten auf dem Niveau dieses Jahres stagniert.

In einem zunehmend unsicheren politischen und wirtschaftlichen Umfeld tragen die deutschen Kreditversicherer für ihre Kunden derzeit Risiken in Rekordhöhe: Nach Hochrechnungen für das Gesamtjahr werden sie 2016 Ausfallrisiken in Höhe von 451 Milliarden Euro absichern, 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit einer Deckungssumme von 399 Milliarden Euro geben die Warenkreditversicherer fast 3,2 Millionen Lieferantenbeziehungen Sicherheit. Die Kautionsversicherer stellten über 4,2 Millionen Bürgschaften und Garantien in Höhe von 52 Milliarden Euro zur Verfügung.

Ansprechpartnerin:
Kathrin Jarosch
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