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Garten möglichst naturnah gestalten: Gegen Schnecke & Co. besser auf Chemie verzichten

Blog-Eintrag   •   Jul 02, 2016 10:43 CEST

(Juli 2016) Wenn’s im Garten grünt und blüht, erfreut das nicht nur den Hobbygärtner. Auch zahlreiche ungeliebte Gäste setzen sich gerne an den dann reich gedeckten Tisch. Um sie wieder los zu werden, sollte man aber auf die chemische Keule verzichten, so die SIGNAL IDUNA.

Nicht nur Schnecke, Blattlaus und Co. treiben dem Gartenfreund den Schweiß auf die Stirn. Auch Pilze wie der Echte Mehltau rücken den Pflanzen im Garten zu Leibe. Doch anstatt sich jetzt mit Chemie aus dem Handel zu behelfen, raten Experten zu sanfteren Methoden. Schließlich fallen der konventionellen Schädlingsbekämpfung auch sehr viele andere Lebewesen zum Opfer.

Jauchen aus Pflanzen sind beispielsweise Universalmittel, um den unerwünschten Fraß im Garten zu stoppen und dazu dem Boden noch etwas Gutes zu tun. So hat sich beispielsweise eine Jauche aus Brennnesseln oder Schachtelhalm als wirksam gegen Blattläuse und Spinnmilben erwiesen. Aber auch Waschnüsse eignen sich als Basis für ein biologisches Anti-Läuse-Mittel. Für einen Brennnesselsud gibt man rund ein Kilo frischer Brennnesseln auf zehn Liter Wasser und lässt die Mischung mindestens einen Tag ziehen: Die Brühe darf nicht gären. Den Sud durchfiltern und mit Wasser verdünntauf die Blätter sprühen. Gegen Mehltau hilft Frischmilch, möglichst vom Bauern, die man ebenfalls mit Wasser verdünnt und auf die kranken Pflanzen sprüht.

Ein besonders unbeliebtes Thema sind Schnecken im Garten. Allerdings ernähren sich eigentlich nur zwei, drei Nacktschneckenarten, hauptsächlich von frischem Grün. Besonders berüchtigt ist hier die inzwischen sehr häufig vorkommende Spanische Wegschnecke. Alle anderen Schnecken sind sogar nützlich: Sie fressen welkes und totes Pflanzenmaterial, vertilgen teilweise auch andere Schnecken oder deren Gelege.

Auf keinen Fall sollte man hier auf das sehr giftige Schneckenkorn bauen. Um die gefräßigen Wegschnecken fernzuhalten, sollte man erst mal biologische und mechanische Mittel versuchen, empfiehlt die SIGNAL IDUNA.

So wird Kaffee – als Kaffeesatz aufs Beet verteilt oder als starker Bohnenkaffee in der Sprühflasche auf die Blätter aufgetragen – eine gute Wirksamkeit bescheinigt. Schneckenzäune und das Sammeln der Schnecken – am besten bei Dunkelheit, und Handschuhe nicht vergessen – helfen ebenfalls, der Schnecken Herr zu werden.

Gesammelte Schnecken aber nicht einfach über den Gartenzaun werfen: Jüngste Versuche haben gezeigt, dass die so hinaus Expedierten bald wieder zurück sind. Es führt damit leider kein Weg dran vorbei, als den Schnecken den Garaus zu machen: Am schnellsten geht das mit kochendem Wasser. Die Schneckenreste dann nicht einfach wegwerfen, denn dann ziehen sie rasch Nachfolger an, da die Spanische Wegschnecke auch Aas nicht verschmäht.

Die gerne propagierten Bierfallen sind übrigens weitgehend nutzlos: Da man sie aufgrund Gefährdung anderer Tiere nicht ebenerdig stellen darf, ist der einzige Effekt, dass man noch mehr Schnecken anlockt.

Tipp der SIGNAL IDUNA: Am besten ist es, seinem Garten ein Stückweit Natur zu gestatten. Denn dann pendelt sich zumeist ein Gleichgewicht ein – ohne „Schädlingsplage“. Schließlich haben auch die unerwünschten Kostgänger jede Menge natürliche Fressfeinde. Bietet man ihnen Lebensraum und Unterschlupf, kommt das nicht nur der Artenvielfalt zugute, sondern steigert auch die Freude am eigenen Garten.

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