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Fünf-Punkte-Plan zur Stärkung der privaten Altersvorsorge

News   •   Nov 21, 2019 12:22 CET

70 Prozent der Arbeitnehmer sorgen bereits mit Riester-Verträgen oder betrieblicher Altersver­sorgung vor und vertrauen auf die Nachhaltigkeit dieser Altersvorsorgesysteme. Foto: SIGNAL IDUNA

Die extremen Niedrigzinsen und die Stagnation der Verbreitung machen eine tiefgreifende Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge dringend erforderlich.

Die Verbände der Versicherer, Fondsgesellschaften und Bausparkassen haben einen Fünf-Punkte-Plan entwickelt: Dieser soll das Riester-System radikal vereinfachen und dadurch nicht nur für höhere Renditen für die Sparer sorgen, sondern auch die Verbreitung fördern.

Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI), der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der Verband der privaten Bausparkassen (VDPB) und die LBS empfehlen u.a.

  1. die Ausgestaltung von Standardprodukten ohne komplizierte Wahlmöglichkeiten, die einfach zu beraten sind und entsprechend kostengünstiger angeboten werden können;
  2. eine attraktive und transparente Förderung, die für alle intuitiv verständlich ist: Jeder selbst gezahlte Euro wird mit mindestens 50 Cent gefördert;
  3. eine Öffnung der geförderten privaten Altersvorsorge für alle - also auch für Selbstständige;
  4. eine Lockerung der Bruttobeitragsgarantie, um die Ertragschancen für die Sparer zu erhöhen;
  5. insgesamt vereinfachte Zulageverfahren (erst prüfen, dann zahlen), um die rund 800.000 Zulagenrückforderungen pro Jahr um über 90 Prozent zu reduzieren.

Die Verbände sehen in einer durchgreifenden Weiterentwicklung des aktuellen Systems einen deutlich überzeugenderen Reformansatz als bei einem risikobehafteten Systemwechsel. 70 Prozent der Arbeitnehmer sorgen bereits mit Riester-Verträgen (Versicherungen, Investmentfonds, Wohn-Riester, Banksparpläne) oder betrieblicher Altersver­sorgung vor und vertrauen auf die Nachhaltigkeit dieser Altersvorsorgesysteme vertrauen. An­dere private Altersvorsorgeprodukte sind in dieser Zahl noch nicht berücksichtigt.
Ein radikaler Systemwechsel, quasi-verpflichtend, ohne Mindestschutz für die Anleger, würde in der Bevölkerung erhebliche neue Verunsicherungen schaffen.

Weitere Informationen:
https://www.gdv.de/de/medien/aktuell/fuenf-punkte-plan-zur-staerkung-der-privaten-altersvorsorge-52648